35 Jahre Deutsche Einheit: Frauen zwischen Unterschied und Gemeinsamkeit

Wenn Perspektiven aufeinandertreffen

Am 28. und 29. August 2026 kamen im Ratskeller Rodewisch Frauen aus Sachsen, Thüringen und Bayern zusammen, um über Einkommens- und Chancenunterschiede zwischen Ost und West sowie über heutige Lebens- und Erwerbsrealitäten von Frauen zu diskutieren.

Den Auftakt bildete ein Impulsvortrag von Marlen Schröder, DGB-Bezirk Sachsen, zu Erwerbsarbeit, wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Chancengleichheit. Im anschließenden Austausch trafen unterschiedliche Biografien, Erfahrungen und politische Perspektiven aufeinander. Diskutiert wurden unter anderem Einkommen, Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege, Wiedereinstieg sowie gesellschaftliche Teilhabe.

Dabei zeigte sich: Gesellschaftlicher Dialog entsteht nicht erst dort, wo Einigkeit besteht, sondern dort, wo unterschiedliche Erfahrungen ausgesprochen, gehört und eingeordnet werden können.

Am zweiten Veranstaltungstag bot die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Gelegenheit, historische Entwicklungen mit den eigenen Erfahrungen zu verbinden und gemeinsam zu reflektieren, welche Unterschiede bis heute nachwirken – und welche Herausforderungen Frauen unabhängig von ihrer Herkunft miteinander teilen.

Die zwei Tage in Rodewisch machten deutlich, wie wichtig Räume für einen offenen, generationen- und länderübergreifenden Austausch über die Lebenswirklichkeiten von Frauen sind.

Die Aktionstage in Rodewisch sind Teil von „FrauenLebenGestalten – Chancengleichheit für Frauen im ländlichen Raum“. Das Projekt bringt Frauen in fünf Regionen Sachsens miteinander ins Gespräch – aus Stadt und Land, aus bestehenden Netzwerken ebenso wie Frauen, die sich bisher noch nicht organisiert haben. Denn gesellschaftliche Teilhabe beginnt dort, wo Frauen ihre Erfahrungen teilen, ihre Interessen formulieren, neue Kontakte knüpfen und den Mut entwickeln, ihre Region und Gesellschaft aktiv mitzugestalten.