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Interview mit Jana Schindler – Vorsitzende des neuen Ortsvereins „Am Tharandter Wald“

Mit der Gründung des Ortsvereins „Am Tharandter Wald“ 26. März 2026 wächst die LandFrauen-Gemeinschaft in Sachsen weiter. Wir haben mit der neu gewählten Vorsitzenden Jana Schindler über ihre Motivation, ihre Ziele und ihre Wünsche für den neuen Ortsverein gesprochen.

Frau Schindler, was hat Sie persönlich dazu bewegt, den Ortsverein „Am Tharandter Wald“ zu gründen?

Ich beschäftige mich bereits seit einigen Jahren mit den unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und bin schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem für mich passenden Frauen-Netzwerk in der Nähe meines Wohnorts gewesen. Durch Zufall habe ich eine Anzeige im Amtsblatt entdeckt und mich daraufhin in Wilsdruff angemeldet. Schon nach kurzer Zeit waren dort so viele Frauen zusammengekommen, dass es gar nicht mehr so einfach war, Veranstaltungen zu planen. Also haben wir kurzerhand beschlossen, wir gründen in der Nähe einen eigenen Verein, der Bedarf scheint da zu sein. Und wir merken bereits jetzt an der ersten Resonanz, dass wir damit Recht hatten.

Sie sind bereits im Ortsverein „Wilsdruffer Land“ aktiv. Welche Erfahrungen nehmen Sie aus dieser Arbeit mit und wie möchten Sie diese in den neuen Ortsverein einbringen?

Was mich in Wilsdruff von Anfang an begeistert hat, waren zum einen die sehr unterschiedlichen Frauen, die sich miteinander vernetzen und gemeinsam ehrenamtlich aktiv werden möchten. Ganz besonders toll finde ich, dass die Frauen auch vom Alter her so unterschiedlich sind, dass verschiedene Generationen miteinander Zeit verbringen und voneinander profitieren können. Das wünsche ich mir so für uns im Tharandter Wald auch.   

Sie engagieren sich auch überregional, unter anderem im Landesfrauenrat. Welche Bedeutung hat dieses Engagement für Sie persönlich?

Ich habe großen Respekt davor, was vom Landesfrauenrat in den 35 Jahren seit Bestehen bereits geleistet und erreicht wurde. Gleichstellung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis von jahrelanger Arbeit und großem Einsatz. Im letzten Newsletter sowie bei Instagram wurde vom Deutschen Landfrauenverband ein sehr wichtiger Post veröffentlicht, in dem es um aktuelle antifeministische Tendenzen geht. Darin wird deutlich, wie stark eben jene gleichstellungspolitischen Fortschritte aktuell in der Kritik stehen. Daher ist es mir gerade jetzt ein ganz besonderes Anliegen, mit meiner neu aufgenommenen Tätigkeit im Vorstand des Landesfrauenrats, mit dafür zu sorgen, dass Gleichberechtigung und die Rechte von Frauen und Kindern ein zentraler Bestandteil politischer und gesellschaftlicher Entscheidungen bleiben.

Es gibt aktuell auch eine Möglichkeit für alle, den Landesfrauenrat zu unterstützen, mehr Infos dazu findet man hier: 35 Jahre - Frauen gestalten Zukunft - Gemeinsam. Unaufhaltsam. Stark. – Landesfrauenrat Sachsen e.V. – betterplace.org <https://www.betterplace.org/de/projects/179335-35-jahre-frauen-gestalten-zukunft-gemeinsam-unaufhaltsam-stark>

Der Ortsverein startet mit fünf Mitgliedern. Welche Ziele und nächsten Schritte haben Sie sich für die Aufbauphase vorgenommen?

Wir hatten vor wenigen Tagen unsere Auftaktveranstaltung mit 16 Frauen. Diese haben wir als Picknick im Tharandter Wald veranstaltet. Besonders toll war, dass uns die Frauen aus Wilsdruff unterstützt haben und Barbara Erler, die schon einmal einen Ortsverein im Tharandter Wald hatte, ebenfalls da war. Die nächsten Veranstaltungen sind ein Besuch beim Imker, Yoga im Wald und eine Lesung einer regionalen Autorin. Wir werden außerdem in den nächsten Wochen ein Programm für den Rest des Jahres erstellen. Dabei werden wir uns an den Interessen unserer bereits neu gewonnen Mitglieder orientieren, wir konnten beim Picknick schon einige gewinnen.

Was möchten Sie Frauen in der Region mit auf den Weg geben, die überlegen, sich ehrenamtlich zu engagieren oder Mitglied bei den LandFrauen zu werden?

Probiert es einfach aus. Wenn man mit Freude an die Sache herangeht, wird man auch schnell Gleichgesinnte finden. Gerade im ländlichen Bereich haben viele Frauen Interesse, sich miteinander zu vernetzen, weil lange Fahrtzeiten wegfallen und man sich direkt vor Ort miteinander verbinden kann. Und es muss ja nicht gleich die Gründung eines eigenen Vereins sein. Ich denke, alle bereits bestehenden Ortsvereine sind offen für Frauen, die sich dafür interessieren und man kann sicher einfach mal schnuppern, was für Einen gut passt.