Aktionstag „Land.Frauen.Zukunft – 2026 im Zeichen der Frauen in der Landwirtschaft“
Am 03. Juni 2026 fand auf dem Kartoffelhof Lienig in Delitzsch der Aktionstag „Land.Frauen.Zukunft – 2026 im Zeichen der Frauen in der Landwirtschaft“ statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts „FrauenLebenGestalten 2026 – Chancengleichheit für Frauen im ländlichen Raum“ durchgeführt und stand im Kontext des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahres der Bäuerinnen und Landfrauen 2026.
Der Aktionstag brachte 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Landwirtschaft, Verbänden, Verwaltung, Politik, Bildungseinrichtungen sowie dem öffentlichen Dienst zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam Perspektiven für eine zukunftsfähige und geschlechtergerechte Entwicklung des ländlichen Raums zu erarbeiten.
In einer offenen und einladenden Atmosphäre standen die Leistungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven von Frauen in der Landwirtschaft im Mittelpunkt. Ziel der Veranstaltung war es, die wichtige Rolle von Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben sichtbarer zu machen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und den Austausch zwischen Akteurinnen und Akteuren im ländlichen Raum zu fördern.
Nach der Begrüßung durch Uta Schladitz, Präsidentin des Sächsischen Landfrauenverbandes e. V., eröffnete Theresa Kärtner vom Deutschen Bauernverband e. V. die Fachveranstaltung mit einem Vortrag zu den Perspektiven für den ländlichen Raum und den Chancen der Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe. Dabei wurden insbesondere die Bedeutung moderner Infrastruktur, neue Einkommensmöglichkeiten durch Direktvermarktung und Agrotourismus sowie aktuelle agrarpolitische Entwicklungen thematisiert.
Im anschließenden Impulsvortrag beleuchtete Dipl.-Ing. agr. Jurec Birnstengel die Chancen und Herausforderungen von Frauen in Leitungspositionen landwirtschaftlicher Betriebe. Im Mittelpunkt standen Führungsstrukturen in Familienbetrieben, gesellschaftliche Rollenerwartungen sowie Möglichkeiten zur Stärkung weiblicher Führungskompetenzen.
Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag „Ackerland in Frauenhand“ von Matthias Schicht vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Eigentum, Bewirtschaftung und Teilhabe von Frauen an landwirtschaftlichen Flächen.
Am Nachmittag eröffnete Diana Henke, Hauptgeschäftsführerin des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V., die gemeinsame Diskussionsrunde. Anschließend berichteten Renate Brähler-Kohlmann, Landfrau aus dem Ortsverein Rosenfeld und selbst Landwirtin, sowie Andrea Lienig vom Kartoffelhof Lienig aus ihrem Betriebsalltag und gaben praxisnahe Einblicke in die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes. Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Betrieb, die Übernahme von Verantwortung sowie die Rolle von Frauen in betrieblichen Entscheidungsprozessen standen dabei im Fokus.
Die anschließende Diskussion bot Raum für einen intensiven Erfahrungsaustausch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen über Führungsverantwortung, betriebliche Herausforderungen, die Anerkennung von Leistungen sowie notwendige Unterstützungsangebote für Frauen in der Landwirtschaft. Die fachlichen Impulse wurden durch zahlreiche Beiträge aus der Praxis bereichert und zeigten deutlich, wie wichtig Vernetzung und gegenseitige Unterstützung für die Zukunft des ländlichen Raums sind.
Die Veranstaltung machte einmal mehr deutlich: Frauen tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen, sozialen und nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft bei. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen, die nur gemeinsam mit Politik, Verbänden und Gesellschaft angegangen werden können.
Wir danken allen Referentinnen und Referenten, dem Kartoffelhof Lienig als Gastgeber sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die engagierten Beiträge und den offenen Austausch. Die vielen positiven Rückmeldungen bestärken uns darin, den Dialog über die Zukunft von Frauen im ländlichen Raum auch in den kommenden Jahren fortzuführen.
Stimme aus der Veranstaltung:
„Wir sind als Sächsischer Landfrauenverband der größte Verband für Frauen im ländlichen Raum in Sachsen. Ein lebendiger ländlicher Raum ist ohne Landwirtschaft nicht denkbar. Mit dieser Veranstaltung möchten wir den Frauen in der Landwirtschaft ein Gesicht geben und ihre Stimme nach außen tragen. Genau dafür setzen wir uns als Verband ein.
Besonders wichtig ist uns die Vernetzung auf verschiedenen Ebenen: Frauen aus der Landwirtschaft, Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunalpolitik, Verbänden, Verwaltung und öffentlichen Einrichtungen zusammenzubringen. Viele der Teilnehmerinnen kannten sich vorher nicht. Durch den direkten Austausch entstehen neue Kontakte, Kooperationen und Unterstützungsnetzwerke, die weit über den Aktionstag hinauswirken können.
Gleichzeitig soll jede Teilnehmerin einen persönlichen Mehrwert mitnehmen – sei es für den eigenen Betrieb, für ihre berufliche Tätigkeit oder für ihr ehrenamtliches Engagement. Wenn neue Ideen entstehen und Menschen miteinander ins Gespräch kommen, haben wir unser Ziel erreicht.“
Uta Schladitz, Präsidentin des Sächsischen Landfrauenverbandes e. V.
„In Deutschland werden nur etwa 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geleitet. Im europäischen Vergleich liegen wir damit weit hinten. Als Verband sehen wir es als unsere Aufgabe, die Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen und ihre Interessen stärker in den Fokus zu rücken. Gleichzeitig gibt es politische Rahmenbedingungen, die weiterentwickelt werden müssen. Ein wichtiges Beispiel ist der Mutterschutz für selbstständige Frauen. Fehlende oder unzureichende Regelungen können eine große Hürde darstellen und dazu beitragen, dass Frauen einen landwirtschaftlichen Betrieb später oder gar nicht übernehmen. Deshalb sind Veranstaltungen wie diese so wichtig. Sie schaffen Raum für Austausch, machen Herausforderungen sichtbar und tragen dazu bei, notwendige Diskussionen anzustoßen und Veränderungen voranzubringen.“
Theresa Kärtner, Deutscher Bauernverband e. V.

Von links nach Rechts: Diana Hänke (Geschäftsführerin Sächsischer Landesbauernverband e.V.), Cornelia Miotke (SLFV), Ines Teubert (SLFV), Hannelore Krausch (SLFV), Uta Schladitz (Präsidentin SLFV), Teresa Kärtner (hinten-Referentin DBV), Andrea Lienig (Kartoffelhof Lienig), Annett Hapich (Regional Bauernverband Torgau/Delitzsch), Susann Dietrich Mieth (SLFV)

Die Landwirtin und Vereinsvorsitzende des OV Rosenfeld - Renate Brähler-Kollmann

Andrea Lienig - Landwirtin und Gastgeberin

Diskussionsrunde am Nachmittag

Vortrag vom Matthias Schicht SMUL (Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft)

Vortrag von Theresa Kärtner (Deutscher Bauernverband e.V.)

Referent Dipl.-Ing. agr. Jurec Birnstengel und Uta Schladitz (Präsidentin des SLFV e.V.)
