Landfrauen machen Digitalisierung zum Thema:

Die Chancen für den ländlichen Raum sind groß, aber alle müssen mitgenommen werden

Wir leben in spannende Zeiten – der digitale Wandel macht vor dem ländlichen Raum nicht halt und krempelt unseren Alltag um. Manches, wie etwa Einkaufen und Recherchieren im Netz ist Normalität. Anderes macht eher misstrauisch oder klingt nach Spinnerei – Pflegeroboter, autonomes Fahren – Anlass genug, diese Themen bei der Herbstfachtagung des Sächsischen Landfrauenverbandes e.V. auf die Tagesordnung zu setzen. „Wir müssen uns schlau machen, was da auf uns zukommt und aufpassen, dass wir den Anschluss nicht verlieren. Denn ohne Teilhabe an den neuen digitalen Möglichkeiten bleibt die digitale Spaltung des Landes und es entstehen neue Gräben“, so die Präsidentin des Verbandes Dr. Monika Michael. „Zu mehr Teilhabe führen viele Wege - den Nutzen selbst erleben, neugierig auf „digital“ machen, Ängste abbauen und natürlich Spaß haben beim Entdecken und Probieren.“

In der Herbstfachtagung am 17. November 2018 in Ossig haben wir uns dem Thema von der praktischen Seite her genähert, um auszuloten, was uns erwartet, was für den ländlichen Raum gut und wichtig ist und was wir selbst tun können. Dazu gab Marika Puskeppeleit von der Andreas Hermes Akademie einen interessanten Input zur Digitalisierung im ländlichen Raum, dem spannende Diskussionen mit weiteren Gästen im „Worldcafé“ folgten. Die Ergebnisse sind auf Mindmaps zusammengefasst. (Siehe weiter unten)

Am Ende stand die Erkenntnis, dass die Digitalisierung für den ländlichen Raum eine große Chance ist, die wir nicht verpassen dürfen. Wir sehen aber auch „Baustellen“, wo es noch hakt und klemmt.

  • Die weißen Flecke beim schnellen Internet müssen verschwinden. Ohne leistungsstarke Glasfasernetze und 5G-Mobilfunk können Anwendungen wie Telemedizin und autonomes Fahren nicht funktionieren. Hier erwarten wir ein klares Bekenntnis der Politik.
  • Das Smartphone ist Türöffner in die digitale Welt. Wer keins besitzt oder damit nicht klarkommt, bleibt „draußen“. Viele Ältere fühlen sich hier nicht nur überfordert, sondern auch allein gelassen. Gut angenommen werden deshalb Einführungsschulungen, wo Wissen und Erfahrungen im geschützten Raum der Vereine vermittelt werden. Wir halten das für ausbau- und förderfähig.
  • Was wir uns wünschen sind verbraucherfreundliche Apps und klare Orientierung auf den Anwendernutzen. Warum werden die potenziellen Nutzer nicht gefragt, was sie wirklich brauchen, ehe eine App entwickelt wird? Ein Weg sind auch gemeinsame Projekte vor Ort, bei denen digitale Anwendungen getestet werden und zu Aha-Erlebnissen führen.
  • Digitalisierung ist auch ein großes Thema des Verbraucherschutzes. Mobiles Bezahlen, Gesundheitskarte, cloudbasiertes Networking, Smart Home – das hört sich alles toll an, geht aber nicht ohne Kontrolle und Schutz vor Missbrauch. Der Staat muss die Rahmenbedingungen setzen, aber auch jeder selbst kann hier durch eigenes Tun vorsorgen.

Das Digitalisierungsthema wird uns so schnell nicht loslassen. Als großer Frauenverband sind wir unseren Mitgliedern gegenüber in der Pflicht, deren Interessen wahrzunehmen. Was Politik und Verwaltung betrifft, sehen wir uns als Partner in der Sache.

Nützliche Links und Downloads

Gut zu wissen

Pflegeort Ländlicher Raum: Eine schicksalhafte Frauendomäne?

Erkenntnisse aus der Herbstfachtagung 2017

Ja es scheint so – und es ist auch tatsächlich so. Die Herbstfachtagung des Sächsischen Landfrauenverbandes am 18. November 2017 zum Thema Pflege lieferte ziemlich eindeutige Antworten. „Wir steuern auf einen Pflegenotstand zu und das liegt nicht an denen, die als Familienangehörige selbst pflegen oder einem Pflegeberuf nachgehen. Es liegt am System,“ war die bittere Erkenntnis am Ende des Tages.

Das „System Pflege“ und die Lebensrealität der Betroffenen passen oft nicht zusammen. Zwar gibt es das Pflegestärkungsgesetz mit einigen Verbesserungen, aber bei den Pflegekassen und den Leistungsanbietern offensichtlich auch Informationsdefizite bei der Anwendung der neuen Regelungen. In ländlichen Regionen kommen zusätzliche Herausforderungen dazu.  Es ist an der Zeit darüber zu reden und nach würdigen Zukunftslösungen zu suchen. Auch nach dem neuen Pflegepersonal-Stärkungsgesetz ist noch viel Handlungsbedarf.

Natürlich können wir als Landfrauen und als Verband auch selbst aktiv werden. Einige Arbeitsthemen haben wir herausgefunden und notiert.

Arbeitsthemen

 

Landfrauen aktuell

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Die  dlv-Zeitschrift  "LandFauen aktuell" ist leider Geschichte. Der dlv hat sich dafür etwas Neues einfallen lassen - einen Newsletter unter dem gleichen Namen "LandFrauen aktuell". Viel Spaß und interessante Informationen beim Lesen. Sie können sich auch anmelden und bekommen den Newsletter dann per Mail.

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Bringen Sie sich aktiv ein

Pflegedialoge in Sachsen

Die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Babara Klepsch lädt zu insgesamt 13. Pflegedialoge in allen Landkreisen Sachsen ein. Das Thema Pflege lässt auch uns Landfrauen nach der Herbstfachtagung 2017 nicht los und hier haben wir die Chance uns einzubringen. Wir rufen alle Landfrauen dazu auf sich aktiv an den Pflegedialogen zu beteiligen und haben hierfür auch einen entsprechenden Fragenkatalog zusammengestellt. Diesen können Sie hier herunterladen.

Alle Termine und Anmeldung zu den Pflegedialogen finden Sie unter: www.pflegedialoge.sachsen.de

Den ländlichen Raum mit weiblichem Blick sehen

Ergebnisse der Herbstfachtagung 2016

Es hat sich gelohnt, wir haben heiß diskutiert und viele Ideen entwickelt, die wir nun aufgreifen. Zwei Erkenntnisse vorab: Alles, was sich im ländlichen Raum tut, muss an der Lebensqualität gemessen werden und wenn sich etwas ändern soll, müssen wir darüber und miteinander reden! Erstmals haben wir Workshops in Form eines Worldcafés durchgeführt. Eine tolle Erfahrung – die Ergebnisse sind in Mind-Maps zusammengefasst. Die vollständige Dokumentation ist in Arbeit.
Die Veranstaltung am 19.11.2016 in Memmendorf wurde gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration.

Mit von der Partie die Jungen Landfrauen aus Sachsen

Fulminanter Auftakt der bundesweiten Initiative Junge Landfrauen in Berlin

Eins steht fest: Die jungen Landfrauen in den Verbänden in ganz Deutschland müssen noch weiter gestärkt werden, damit auch noch in Zukunft es heißt: Die Landfrauen mischen sich ein und machen sich stark für die Interessen der Frauen im ländlichen Raum.

Aus diesem Grunde wurde die Initiative „Junge LandFrauen" ins Leben gerufen. Vom 27. Oktober bis 29. Oktober 2017 trafen sich 50 junge Landfrauen aus allen Teilen Deutschlands, um neue Wege zu finden den Verband auch für jüngere Frauen attraktiv zu gestalten und über die Zukunft der Landfrauenarbeit zu diskutieren. Diese einmalige Chance die Zukunft mit zu gestalten wollten sich auch wir nicht entgehen lassen und so war wir zwei jungen Sächsischen Landfrauen Janine Klinge und Katharina Schneider auch mit dabei.

Wir sind mit vielen Ideen zu Varianten und Möglichkeiten, wie die Angebote der Landfrauen noch besser an jüngere Zielgruppen angepasst werden können, nach Hause gefahren. Auch die Idee der „Junge Landfrauen“ Gruppen, die ortsvereinsübergreifend individuell auf die Bedürfnisse der jungen Frauen eigene Veranstaltungsreihen auf die Beine stellen, fanden wir sehr gut und möchten wir gern mit nach Sachsen bringen. Wir hatten viel Hoffnung in das Regionaltreffen Junge Landfrauen Ost gesetzt diese Idee zu verbreiten. Leider wurde diesen Treffen nicht durchgeführt.
Für 2019 planen wir nun ein eigenes Treffen der Jungen Landfrauen aus Sachsen. In welchen wir die Dinge selbst in die Hand nehmen und über die Zukunft der Landfrauen in Sachsen diskutieren können.

Wir freuen uns schon darauf euch alle zu treffen.


Unsere Förderer und Partner

 

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS)

Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Das SMS unterstützt unsere Projektarbeit auf dem Gebiet der Gleichstellung. Durch die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration im SMS erhalten wir eine Förderung. Die Beantragung, Bewilligung und Abrechnung der Mittel auf Grundlage der Richtlinie zur Förderung der Chancengleichheit läuft über die Landesdirektion Sachsen.

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL)

Das SMUL fördert den Wettbewerb um den "Schönsten Erntekranz und die Schönste Erntekrone Sachsens". Seit 2017 ist der Freistaat Sachsen selbst Ausrichter des Wettbewerbes. Der Sächsische Landfrauenverband organisiert den Wettbewerb im Auftrag des SMUL und ist zuständig für das gesamte Rahmenprogramm. Partner bei der Ausrichtung ist das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).

Unser Jahrbuch dokumentiert, was beim Landesverband und in den Vereinen passiert. Es erscheint bei Eventum Media aus Steinhagen. Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit.

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