Landfrauen hinterlassen Spuren 25 Jahre Sächsischer Landfrauenverband

Der Sächsische Landfrauenverband e.V. hatte aus Anlass seines 25jährigen Gründungsjubiläum am 6. Mai 2017 in das Landhotel „Sonnenhof“ in Ossig bei Roßwein eingeladen. 230 Verbandsmitglieder und ihre Gäste erlebten eine stimmungsvolle Feier. Wer Landfrauen bis dahin noch nicht kannte, erlebte sie so wie sie sind: Herzlich, mitnehmend und ideenreich.
Die Präsidentin des Verbandes, Dr. Monika Michael konnte viele liebe Gäste und Wegbegleiter aus Politik und Verwaltung begrüßen, genauso wie Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus befreundeten Verbänden. Die Grußworte von Andrea Dombois, der Ersten Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, von Petra Köpping der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration sowie von Martin Dulig, dem Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr enthielten viel Lob und Anerkennung für das Wirken der Landfrauen. Durch alle Grußworte zog sich wie ein roter Faden, wie wichtig es sei, miteinander zu reden, Gemeinschaft zu pflegen und so das Leben in den Dörfern attraktiv und anziehend zu gestalten. Der Sächsische Landfrauenverband sei in diesem Kontext ein zuverlässiger Partner. Diese Wertschätzung tat den Landfrauen sehr gut. Sie ist aber zugleich Ermunterung, auch in Zukunft die Dinge beim Namen zu nennen und sich für die Frauen im ländlichen Raum einzumischen.
Für Monika Michael lassen sich die Ziele der Landfrauen auf zwei Begriffe herunterbrechen: „Es geht um Lebensqualität und Chancengerechtigkeit. Wer auf dem Land zuhause ist, will sich hier wohl fühlen. Das gelebte Miteinander der Landfrauen, ihr Engagement und ihr praktischer Sinn für das Machbare und Notwendige sowie die tiefe Verwurzelung in der Dorfgemeinschaft haben unseren Verband in den letzten 25 Jahren geprägt. Dass dahinter immer auch Persönlichkeiten stehen mit Herz, aber auch Mut und Courage, Dinge zu verändern und voranzubringen, ist klar. Die Gründungsfrauen haben die Zeichen der Zeit 1992 erkannt. In 25 Jahren sind immer wieder neue Frauen zu uns gestoßen, die sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit und ihren speziellen Sichtweisen eingebracht haben. Dieser ständige Fluss und die Vielfalt der An- und Einsichten halten den Verband lebendig und sind das Zukunftspotenzial für das Fortbestehen und die Weiterentwicklung des Verbandes.“ Durch das gesamte Programm der Jubiläumsfeier zog sich auch das Thema Ernährung, eine der Kernkompetenzen von Landfrauen. Schon beim Empfang wurden alle Gäste befragt, was sie denn gefrühstückt hätten. Die anschließende Auswertung mit der Fach- und Landfrau Renate Brähler-Kollmann brachte eine erstaunliche Vielfalt zutage und die Erkenntnis, wie wichtig es sei, beim Essen an das Wohlfühlen zu denken, aber auch zu hinterfragen, was von Medien und der Ernährungsindustrie empfohlen wird.
Auch den Festvortrag hielt eine Landfrau: Prof. Dr. Irene Schneider-Böttcher, die Präsidentin der Dresden International University. Ihr Vortrag „Essen ist Kommunikation“ war kurzweilig und mit vielen Anekdoten und Redewendungen gespickt. Das kam an und traf die Seele der Landfrauen, denn was kann es besseres geben als bei gutem Essen ins Gespräch zu kommen, gemeinsam Ideen zu entwickeln und nebenbei Neues zu erfahren.
Zum Thema Kommunikation passt auch die von Dr. Simone Raatz, MdB und Bürgermeister Veit Lindner gespendete Linde, denn früher galt die Dorflinde als Treff für Jung und Alt.
Auch das kulturelle Begleitprogramm traf den Nerv der Landfrauen. Drei junge Sängerinnen von Chop&Change aus Chemnitz boten modernen Satzgesang. Und die Red Stone Liners aus Rochlitz animierten die Landfrauen zum Mitmachen beim Linedance.
Am Nachmittag war es dann so weit: Das gemeinsam erstellte Kunstwerk, ein überdimensionaler Schal aus 32 Teilstücken war zusammengefügt und fertig zur Präsentation. Seit Jahresbeginn wurde in den Ortsvereinen fleißig gestrickt oder gehäkelt. Ziel war, ein Gemeinschaftswerk zu kreieren, das die Spuren der Landfrauen symbolisiert. Das Ergebnis ist beeindruckend, von hohem handwerklichen Niveau, bunt und ideenreich in der Umsetzung. So richtig zur Geltung kam der Schal erst, als viele Landfrauenhände ihn hochhielten und sich damit auch selbst feierten. Der Schal wurde so auch zum Symbol des Zusammenhalts.

Zum 25-jährigen Jubiläum ist auch eine Broschüre erschienen. Hier sind 25 solcher Spuren erfasst, die noch heute sichtbar sind oder nachwirken. Beispielhaft sind 25 Porträts von Landfrauen enthalten.

Broschüre „Landfrauen hinterlassen Spuren“